Rundtischgespräch der Abu Dhabi Chamber in Berlin bringt Branchenführer zusammen, um die Zusammenarbeit zwischen den VAE und Deutschland in der Fertigung voranzubringen

Die Abu Dhabi Chamber of Commerce and Industry hat in Zusammenarbeit mit dem Germany-UAE Business Council ein nicht öffentliches Rundtischgespräch in Berlin veranstaltet, das die Fertigungssektoren Abu Dhabis und Deutschlands rund um fünf prioritäre Branchen zusammenbrachte.

Rundtischgespräch der Abu Dhabi Chamber in Berlin bringt Branchenführer zusammen, um die Zusammenarbeit zwischen den VAE und Deutschland in der Fertigung voranzubringen
10. September 2026·5 Min. Lesezeit·Berlin, Deutschland

Die Abu Dhabi Chamber of Commerce and Industry (ADCCI) hat in Zusammenarbeit mit dem Germany-UAE Business Council (GUBC) ein nicht öffentliches Rundtischgespräch veranstaltet, das die Fertigungssektoren von Abu Dhabi und Berlin in der deutschen Hauptstadt Berlin zusammenbrachte.

Das Rundtischgespräch hatte zum Ziel, die industrielle Zusammenarbeit zu stärken, praktische Wege für industrielle Partnerschaften und Investitionen aufzuzeigen, Technologie zu lokalisieren, Lieferketten zu entwickeln und das Wachstum von Fertigungsunternehmen auf globalen Märkten zu unterstützen. Es brachte führende Hersteller und Investoren sowie Vertreterinnen und Vertreter von Regierungs- und Wirtschaftsstellen und -institutionen beider Seiten zusammen.

Das Rundtischgespräch fand vor dem Hintergrund der wachsenden Präsenz der deutschen Wirtschaft in Abu Dhabi statt. Zwischen 2024 und 2025 stieg die Zahl der bei der Abu Dhabi Chamber registrierten deutschen Unternehmen um 10,6 Prozent. Die Zahl der Niederlassungen ausländischer Unternehmen wuchs um 14 Prozent, während die Zahl der Unternehmen mit deutschen Partnern im selben Zeitraum um 10,1 Prozent zunahm. Diese Indikatoren spiegeln eine wachsende Basis gemeinsamer wirtschaftlicher Interessen wider und untermauern die Bemühungen der Abu Dhabi Chamber, die Komplementarität zwischen deutschen Industriekapazitäten und den Wettbewerbsvorteilen Abu Dhabis in gemeinsame Projekte und skalierbare Chancen zu überführen.

Die Veranstaltung brachte Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger aus großen Organisationen der Industrie, der Energiewirtschaft, des Ingenieurwesens und der Spitzentechnologie zusammen und ermöglichte einen direkten Austausch über wirtschaftlich tragfähige Chancen und über die Fähigkeiten, die für deren Umsetzung erforderlich sind.

Der Dialog konzentrierte sich auf fünf prioritäre Sektoren, in denen die industriellen Ziele Abu Dhabis eng mit den technologischen und fertigungsbezogenen Stärken Deutschlands übereinstimmen: intelligente Fertigung, saubere Technologien, fortschrittliche Werkstoffe, Mobilität und Medizintechnik. Diese Schwerpunkte unterstützen die Vision Abu Dhabis von einer intelligenten und nachhaltigen Industriewirtschaft und tragen zum Ziel der Abu Dhabi Industrial Strategy bei, den Beitrag des Fertigungssektors bis 2031 auf 172 Milliarden AED zu steigern. Sie stehen zudem im Einklang mit den Initiativen Operation 300bn und Make it in the Emirates der VAE, die industrielles Wachstum, den Einsatz fortschrittlicher Technologien, die Widerstandsfähigkeit von Lieferketten und die globale Wettbewerbsfähigkeit fördern.

Die Delegation aus Abu Dhabi wurde von Seiner Exzellenz Amer Fayez Kakish, Vorstandsmitglied der Abu Dhabi Chamber und CEO von Ittihad International Investment, gemeinsam mit Musabbeh Al Kaabi, Co-Vorsitzender des Germany-UAE Business Council für die Seite der VAE, geleitet. Zu den Teilnehmenden zählten Ihre Exzellenz Marwa Al Mansoori, Vorstandsmitglied der Abu Dhabi Chamber, Seine Exzellenz Khalid Bin Hadi, Vorstandsmitglied der Kammer und CEO von Siemens Energy VAE, Eng. Anas Aljuaidi, CEO von Mannesmann Energy, sowie weitere Vertreterinnen und Vertreter des Industrie- und Wirtschaftssektors von Abu Dhabi.

Zur deutschen Delegation gehörten Armin Peter, Geschäftsführer des German-UAE Business Council, Helmut von Struve, CEO von Siemens im Nahen Osten, Thomas Herrmann, Chief Strategy Officer der Evonik Industries AG, einem weltweit führenden Unternehmen der Spezialchemie, Fatemah Din, Senior Vice President MENA bei thyssenkrupp Uhde, das auf Industrieanlagenbau und nachhaltige chemische Lösungen spezialisiert ist, sowie Holger Schäfer, Leiter Government Affairs beim deutschen Energieunternehmen EnBW. Ihre Teilnahme unterstrich die Bedeutung des Rundtischgesprächs als direkte Plattform, die fortschrittliche deutsche Kompetenzen mit den Investitions-, Fertigungs- und Wachstumschancen Abu Dhabis verbindet.

„Dieses Rundtischgespräch ist ein praktischer Schritt hin zum Aufbau langfristiger industrieller Partnerschaften, die deutsches Ingenieurwissen und technologische Expertise mit dem fortschrittlichen Industrieökosystem Abu Dhabis verbinden. Wir wollen diesen Dialog in umsetzbare Projekte in der gemeinsamen Fertigung, der Technologielokalisierung und der Entwicklung von Lieferketten überführen und zugleich die Position Abu Dhabis als Basis stärken, von der aus deutsche Unternehmen wachsen und regionale sowie globale Märkte erreichen können. Der Wert dieser Treffen wird sich an den dauerhaften Geschäftsbeziehungen, Investitionen und Chancen messen lassen, die daraus entstehen.“

Seine Exzellenz Amer Fayez Kakish, Vorstandsmitglied der Abu Dhabi Chamber of Commerce and Industry

„Die Abu Dhabi Chamber stärkt die Wirtschaft weiterhin, indem sie wirtschaftliches Engagement in konkrete Chancen für den Privatsektor übersetzt. Dieses Rundtischgespräch schafft einen direkten Weg, der Hersteller, Investoren und Technologieführer zusammenbringt, um Partner zu finden, fortschrittliche Fähigkeiten zu lokalisieren und wirtschaftlich tragfähige Projekte zu entwickeln. Das integrierte Ökosystem Abu Dhabis mit seiner fortschrittlichen Infrastruktur, spezialisierten Wirtschaftszonen, verlässlicher Energieversorgung und globalen Anbindung bietet Unternehmen eine starke Grundlage, um zu skalieren und eine nachhaltige industrielle Zusammenarbeit zwischen der emiratischen und der deutschen Wirtschaft aufzubauen.“

Ihre Exzellenz Marwa Al Mansoori, Vorstandsmitglied der Abu Dhabi Chamber

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes entfielen 2024 19,9 Prozent der gesamten Bruttowertschöpfung Deutschlands auf das Verarbeitende Gewerbe. Das Industrie-Dashboard des Amtes weist zudem einen Gesamtumsatz von rund 2,1 Billionen Euro und rund 7,5 Millionen Beschäftigte in diesem Sektor aus.

Der Industriesektor Abu Dhabis stellt seine Fähigkeit, internationale Partnerschaften zu tragen, weiterhin unter Beweis. Das Verarbeitende Gewerbe erzielte im dritten Quartal 2025 eine Wertschöpfung von 30,5 Milliarden AED und damit 9,4 Prozent des BIP des Emirats. Auch die industrielle Aktivität nahm zu: 2025 erreichten 115 neue Anlagen die volle Produktion, gegenüber 75 Anlagen im Jahr 2024.

Die Teilnehmenden erörterten zudem die Rolle der Khalifa Economic Zones Abu Dhabi (KEZAD Group), einschließlich der Industrial City of Abu Dhabi (ICAD 1), bei der Förderung von industriellem Wachstum und Investitionen. Die KEZAD Group erstreckt sich über 550 Quadratkilometer, wobei 67 Prozent der verpachteten Flächen auf industrielle und fertigungsbezogene Aktivitäten entfallen, während ICAD 1 an der Kapazitätsgrenze arbeitet, was die starke Nachfrage nach spezialisierter Industrieinfrastruktur widerspiegelt.

Das Rundtischgespräch bot eine Plattform, um Investitions- und Partnerschaftschancen zu identifizieren, gezielte technische und kommerzielle Gespräche zu ermöglichen und mögliche Pilotprojekte, gemeinsame Fertigungsinitiativen, lokale Montage und Chancen des Technologietransfers zu bewerten. Es endete mit der Zusage, den Austausch zwischen den teilnehmenden Organisationen fortzusetzen und wirtschaftlich tragfähige Partnerschaften in den prioritären Industriesektoren voranzutreiben und so die langfristige Zusammenarbeit in der Fertigung zwischen Abu Dhabi und Deutschland zu stärken.

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